Photovoltaik-Anlage in brüllender Hitze montiert

von MöhneReport

Verschwitzt, aber glücklich präsentieren sich hier die Helfer des Abschluss-Tages: Die neuen Photovoltaikmodule sind auf dem Dach der Wameler Schützenhalle montiert. · Fotos: Roy Farrell

Was machen bald 20 Männer und eine Dame bei dieser „Affenhitze“ auf dem Dach der Schützenhalle in Wamel? Sie haben neue Module für die vereinseigene Photovoltaikanlage montiert, eine neue Haltekonstruktion aus Alu-Schienen dazu. Weil die neuen Module größer waren als die alten – und die gab es ohnehin nicht mehr, weil der Hersteller unerwartet Insolvenz anmeldete, kurz nachdem die Schützen aus Wamel ihre Anlage angeschafft und montiert hatten vor 15 Jahren.

Erster Kraftakt vor 15 Jahren
Der Reihe nach: Vor 15 Jahren kam in einem gemeinsamen Kraftakt die erste Anlage aufs Dach, um sauberen Strom zu produzieren – ein umweltbewusstes Projekt, dass Stromkosten sparen und über die Einspeisung ein wenig zu verdienen. Das gelang gut, bis dann offensichtlich wurde, dass die Einspeisungen bis auf die Hälfte zurückgingen: Da musste was mit der Technik nicht ganz in Ordnung sein. Eine Überprüfung im April offenbarte: Alle Module standen unter Wasser. „Ein Gutachter hat uns sofort dringend geraten, abzuschalten“, erläuterte Niclas Dittrich vom Vorstand.

Roy Farrell hat die Schützen in der Endphase der Montagearbeiten mit der Drohne begleitet.

Erster Modullieferant ist insolvent
Dittrich: „Wir haben uns zusammengesetzt, überlegt, was man tun könne. Es half ja nun nichts: Die alten Platten mussten runter, neue drauf, damit die Anlage wieder laufen konnte. Es folgte ein Klimmzug, um innerhalb von fünf, sechs Wochen kurzfristig die Finanzierung zu stemmen, neue Module einzukaufen und anliefern zu lassen. Die Sparkasse hat geholfen, und das war erst mal nötig, denn es kann sein, dass die Versicherung nichts übernimmt, dass alles auf Materialfehler und Abnutzung hinausläuft. Die lange Garantie des Herstellers nutzte uns nicht viel, weil er insolvent gegangen ist.“

Zwei Montage-Tage bei praller Hitze
Vor etwa eineinhalb Wochen krempelten alle die Ärmel hoch und bauten die alten Module ab. Vom 19. bis zum 20. Juni sollte dann neu montiert werden. Dittrich: „Dann kam dieses Wetter…“ Davon hatten die Schützen reichlich: Die Sonne brannte, die Luft stand, die jeweils um die zwanzig Helfer am Freitag und am Samstag, sie schwitzten wie selten. Aber sie hielten tapfer durch. Niclas Dittrich: „Ein Riesendankeschön an alle. Es macht schon stolz, wenn wir als kleiner Verein so etwas mit eigenen Kräften gestemmt bekommen.“

Neue Module gekauft und montiert
108 neue Module haben die Schützen montiert für eine Leistung von geschätzt 44 Kilowatt sauberen Strom.

Vom 3. bis zum 5. Juli feiern die Hubertus-Schützen aus Wamel ihr Schützenfest.